inatura Forum - Naturwissen

„Rote Listen Vorarlbergs“

Vortragende: Mag. Markus Grabher, Dr. Werner Holzinger, Dr. Wolfram Graf
Freitag, 21. April 2017, 18 Uhr
inatura – Erlebnis Naturschau Dornbirn


Laut Naturschutzgesetz ist die inatura verpflichtet, Rote Listen über die Gefährdungssituation der Tier- und Pflanzenarten im Ländle zu erstellen. Das Museum vergibt daher regelmäßig Forschungsaufträge, damit diese Roten Listen auf einer aktuellen Datengrundlage aufbauen können. Die Herausgabe eines Bandes steht unmittelbar bevor, für andere laufen die Geländearbeiten. Allen diesen Projekten ist das heurige "Forum Naturwissen" gewidmet.

Im Hauptvortrag stellt Mag. Markus Grabher die Studien zur Überarbeitung der Roten Liste Amphibien und Reptilien vor. Dr. Werner Holzinger präsentiert das Projekt für eine Rote Liste der Libellen Vorarlbergs, und Dr. Wolfram Graf hat die Köcher- und Steinfliegen evaluiert.

Hauptvortrag:

"Amphibien und Reptilien Vorarlberg - Aktualisierung der Roten Liste"
Mag. Markus Grabher
2008 wurde erstmals eine Rote Liste der Amphibien und Reptilien Vorarlbergs veröffentlicht. In der Zwischenzeit konnten neue Erkenntnisse gewonnen werden, beispielsweise zum Vorkommen des Feuersalamanders, zu Bestandsveränderungen bei Laubfrosch oder Mauereidechse. Es ist Ziel, das aktuelle Wissen zur Herpetofauna in Vorarlberg zusammenzufassen, einige offene Fragen zu klären, um dann 2018 – zehn Jahre nach dem Erscheinen der ersten Fassung – eine aktualisierte Rote Liste fertigzustellen. Die hierzu laufenden Aktivitäten werden vorgestellt.

 

"Rote Liste der Köcherfliegen (Trichoptera) und Steinfliegen (Plecoptera) Vorarlbergs"
Wolfram Graf
Im Rahmen des von der inatura Erlebnis Naturschau finanzierten Projektes werden zurzeit die Köcherfliegen (Trichoptera) und Steinfliegen (Plecoptera) Vorarlbergs in unterschiedliche Gefährdungskategorien eingestuft. Der Vortrag umfasst eine generelle Vorstellung der beiden aquatischen Insektengruppen, ihre ökologische Einnischung sowie artspezifische Lebensraumansprüche. Weiter werden Gefährdungsursachen diskutiert und Ergebnisse exemplarisch präsentiert.

2008 wurde erstmals eine Rote Liste der Amphibien und Reptilien Vorarlbergs veröffentlicht. In der Zwischenzeit konnten neue Erkenntnisse gewonnen werden, beispielsweise zum Vorkommen des Feuersalamanders, zu Bestandsveränderungen bei Laubfrosch oder Mauereidechse. Es ist Ziel, das aktuelle Wissen zur Herpetofauna in Vorarlberg zusammenzufassen, einige offene Fragen zu klären, um dann 2018 – zehn Jahre nach dem Erscheinen der ersten Fassung – eine aktualisierte Rote Liste fertigzustellen. Die hierzu laufenden Aktivitäten werden vorgestellt.

 

"Rote Listen der Libellen und der Zikaden Vorarlbergs"
Werner Holzinger
Gegenwärtig sind 49 Libellenarten aus Vorarlberg bekannt. Etwa 5.100 Datensätze umfasste die Datenbank der INATURA im Mai 2016. Vor diesem Hintergrund wurde das Projekt „Rote Liste der Libellen Vorarlbergs“ gestartet. Ziele sind (1.) eine Aktualisierung unserer Kenntnisse zur Verbreitung der Libellen Vorarlbergs, (2.) die Bearbeitung v.a. der weniger gut erforschten Regionen des Landes und als Ergebnis daraus (3.) das Verfassen einer neuen Roten Liste nach den Methodenstandards von Zulka (2009). 2016 wurden ein Workshop mit etwa 20 Libelleninteressierten und mehrere Exkursionen durchgeführt. Daten zu 36 Arten von 39 Fundorten wurden zusammengetragen. 2017 wird es wieder mehrere Exkursionen und zumindest einen Workshop geben, zudem werden die zu erwartenden Verbreitungsmuster für mehrere „Modellarten“ errechnet, um gezielter Wissenslücken schließen zu können.

Bereits dem Ende zu geht hingegen das Projekt „Arteninventar der Zikaden Vorarlbergs und Vorarbeiten für eine Rote Liste“. Die INATURA startete damit bereits im Frühjahr 2013. Im Rahmen von zahlreichen Zikaden-Exkursionen und durch die Einarbeitung von Beifängen aus verschiedenen anderen INATURA-Projekten konnten rund 4.500 Datensätze von 353 Fundorten zusammengetragen werden. Heute sind uns 334 Zikadenarten aus Vorarlberg bekannt. Landes-Erstnachweise gelangen für rund 110 Arten, darunter waren auch vier Arten neu für Österreich. Das Bild zur Zikadenfauna Vorarlbergs ist damit insgesamt schon sehr gut, eine Gefährdungseinstufung ist für viele Arten möglich und wird innerhalb des nächsten Jahres unter Einbeziehung der Biotopkartierungs-Daten nach der Methode von Holzinger (2009) erfolgen. Datenlücken existieren noch, sind aber überschaubar: Wesentliche „Weiße Flecken“ in der Landkarte stellen noch die Verwallgruppe, das Lechquellengebirge und der Bereich des Hohen Freschen dar. Zudem sind die Singzikaden aus methodischen Gründen noch unzureichend bearbeitet.


Kosten: € 5,--
Wir bitten um Anmeldung unter
naturschau(at)inatura.at oder +43 (0) 676 83306 4770