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Ferrisia sp. (Schmierläuse = Pseudococcidae)
Schmierlaus, © Dr. Andreas Kahrer
Ferrisia sp. (Schmierläuse = Pseudococcidae)
Schmierlaus, © Dr. Andreas Kahrer

Schildläuse gesucht

Schildläuse gesucht

Wo die Weibchen die Schilde tragen

Wie leben eigentlich Schildläuse?

Zugegeben – sie sind nicht gerade Sympathieträger. Die meisten von uns kennen sie vor allem als unliebsame Schädlinge an Pflanzen. Die Rede ist von Schildläusen. Für Insektenkundler sind diese Insekten dennoch interessante Forschungsobjekte.

Alle Schildläuse ernähren sich von Pflanzensaft, den sie mit ihrem Rüssel aus den Pflanzensteilen saugen und werden von uns Menschen deshalb meistens als Schädlinge an unseren Nutz- und Zierpflanzen wahrgenommen. Rund 3000 Arten sind bekannt, von denen etwa 90 Arten in Mitteleuropa leben. Ihren Namen verdanken die Schildläuse dem harten Rückenschild der Weibchen, die flügellos auf den Pflanzen sitzen. Die Männchen sind erheblich kleiner und haben Flügel.

Wie kann ich Schildläuse entdecken?

Um Schildläuse zu entdecken, muss man schon genau hinsehen. Gute Hinweise liefern Honigtau, Rußtau, Ameisen und die Ausscheidungsprodukte von weißem, gelblichem bis zu schwärzlichem Wachs, das als Wachswolle oder auch in Form von Schilden abgesondert wird.

Schildlausforschung in Österreich

Dr. Andreas Kahrer ist Insektenforscher und war vor seiner Pensionierung bei der österreichischen Ernährungsagentur (AGES) tätig. Im Rahmen dieser Tätigkeit hatte er auch mit dem Thema „Schildläuse“ zu tun und konnte die Sammlung der AGES weiterführen. „Das Interessanteste bei dieser Überfamilie der Insekten ist sicherlich die mannigfaltige Lebensweise und die Anpassungen, die es den Schildläusen ermöglichen, relativ unerkannt zu bleiben.“

Mitmachen – Schildläuse suchen!

In den nächsten Jahren möchte Dr. Kahrer Schildlausarten in Österreich sammeln und auch bereits gesammeltes Material präparieren und identifizieren.

Wenn auch Sie Schildläuse an Ihren Pflanzen entdeckt haben, können Sie Ihre Funde an Dr. Kahrer schicken – am besten mitsamt den Blättern, Nadeln oder Zweigen. Schlagen Sie diese in Zeitungspapier oder Küchenrolle ein und schicken Sie alles in einem Polsterkuvert an Dr. Kahrer.

Bei Fragen steht Ihnen gerne Herr Dr. Andreas Kahrer zu Verfügung.
E-Mail: andreas.kahrer​(at)​nhm-wien.ac.at

Bitte schicken Sie Ihre Funde an:

Dr. Andreas Kahrer
c/o 2. Zoologische Abteilung
Naturhistorisches Museum Wien
Burgring 7
A-1010 Wie

 

Abb: Schildläuse können sehr unterschiedlich aussehen. Oben sind verschiedene Arten an ihren Wirtspflanzen abgebildet. Es handelt sich um Pulvinaria vitis (Napfschildläuse = Coccidae), Carulaspis visci (Deckelschildläuse = Diaspididae), Ferrisia sp. (Schmierläuse = Pseudococcidae), Eulecanium tiliae (Coccidae). Männchen sehen dagegen fast immer völlig anders aus und besitzen zahlreiche Einzelaugen sowie 2 lange Schwanzfäden aus Wachs.
 

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