forschen und entdecken - Band 5

Eyjolf Aistleitner
Die Schmetterlinge Vorarlbergs, Band 1
Gebietsbeschreibung, Tagfalter, Spinner und Schwärmer
(Lepidoptera, Diurna, Bombyces et Sphinges sensu classico)
 

Wer kennt sie nicht, die bunten Sommervögel über den vielfältigen Blumenwiesen, akustisch ergänzt durch das Zirpen und Summen vieler weiterer Insektenarten. Doch Hand aufs Herz, wann haben Sie dieses idyllische Bild das letzte Mal gesehen? Wann haben Sie ausser einzelnen Kohlweissslingen und Zitronenfaltern viele Schmetterlinge zusammen beobachten können? Sie finden dieses bunte Bild der Vielfalt am ehesten noch auf der Sonnseite des Walgaus, in den letzten grösseren Magerwiesenkomplexen Vorarlbergs. Fast nirgends zeigt sich die Abhängigkeit so deutlich wie in diesem Beispiel. Leben braucht auch entsprechenden Raum. Das offene, wenig oder gar nicht gedüngte trockene Grünland ist heute beispielsweise noch mehr gefährdet als die mehr in unserem Bewusstsein verankerten Feuchtgebiete. Der laufende Strukturwandel in der Landwirtschaft führt zu ihrem Rückzug aus den Grenzertragsflächen. Und das sind gerade die besonders Erhaltenswerten aus der Sicht der Artenvielfalt. Die Gruppe der Schmetterlinge umfasst wichtige Bioindikatoren. Ihre Bedrohung steht so stellvertretend für Tausende anderer Arten. Die Schmetterlinge berichten uns also über den Zustand unserer Landschaft und der dort herrschenden Lebensbedingungen.

Eyjolf Aistleitner legt mit seiner in Jahrzehnten entstandenen Arbeit über die Tagfalter, die Spinner und Schwärmer ein klassisches Standardwerk für eine bisher eher weniger beachtete Tiergruppe in Vorarlberg vor. Sie erweitert unsere bisherigen Kenntnisse über die Tierwelt dieses Bundeslandes und liefert ihrerseits als Nachschlagewerk Grundlage für weitere Forschungsarbeiten und Bewertungen im Naturschutz. Dies ist eine immense Leistung, für die wir Mitweltbewegten - und wer ist dies nicht - zu Dank verpflichtet sind. Der vorliegende Band ist die modifizierte Fassung seiner Dissertation zur Erlangung des Doktorgrades an der Naturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Innsbruck bei Univ.Prof. Mag. Dr. Heinz Janetschek. Die Wiedergabe dieser Ergebnisse in der "Vorarlberger Naturschau" beweist das erwachte Interesse Vorarlbergs an der naturkundlichen Forschung.

Geleitwort von Mario F. Broggi