forschen und entdecken - Band 17

Flechtenatlas
 
 

Veronika Pfefferkorn-Dellali & Roman Türk
Die Flechten Vorarlbergs

Den Flechten unseres Landes ist ein eigener Schwerpunktband gewidmet. Das ganze Landesgebiet wurde kartiert – vom Bodenseeufer bis in die hochalpinen Regionen erstreckt sich das Arbeitsgebiet. Die Darstellung der Arten erfolgt in Planquadraten, und nur im geistigen Auge gelingt es, den Aufwand zu erahnen, der hinter diesen Befunden steckt. Die meisten Arten sind mit mehreren Fundgebieten belegt, und die Bandbreite der Flechten je Rasterfeld reicht von 50 bis über 500 Arten. Ein vergleichbarer Flechtenatlas liegt bisher nur aus Oberösterreich und Salzburg vor.

Flechten, diese Symbiose aus Pilzen und Algen, erregen durch die Art und Weise der Interaktion unser Staunen. Immerhin braucht es manchmal einen speziellen Untergrund zum Anheften und Chemikalien aus dem flüssigen Niederschlag oder aus der trockenen Deposition zum Überleben. Dennoch – oder gerade deshalb – zeigen die Flechten eine ungeheure Artenfülle. Wer für die kleinen Punkte und handtellergroßen Flecken schon die 10-fach Lupe eingesteckt hat, findet die bunten Siedler leichter. Selbst bei der hochalpinen Wanderung sind die Lebewesen auf dem Gletscher anzutreffen, der gerade den Moränenschutt weiterschiebt.

Wenn Veronika Pfefferkorn-Dellali und Roman Türk nun 1070 Arten präsentieren, liegt es wohl am Eifer der Suchenden, dass heute rund fünfmal mehr Flechtenarten bekannt sind als vor 100 Jahren. Mit den guten Farbfotos gelang es, den Atlas der Flechten Vorarlbergs gleichermaßen als Nachschlagewerk für den naturkundlich-interessierten Spaziergänger sowie als Bestandserhebung für den Wissenschaftler zu gestalten.