Rote Liste Amphibien und Reptilien

Auch Lebewesen, die oft gefährlich erscheinen, brauchen Schutz …

Rote Listen sind zu einem unverzichtbaren Instrument im Naturschutz geworden. Sie zeigen die Bedeutung und Gefährdung der einzelnen Artenvorkommen auf und bilden so die Grundlage für Schutz- und Erhaltungsbemühungen. Gleichzeitig sind sie ein geeignetes Mittel um das Augenmerk der Bevölkerung auf die aktuelle Bedrohung einer Tiergruppe zu lenken.

Mit dem vorliegenden 5. Band wird ein weiterer wichtiger Meilenstein in der Reihe der Roten Listen Vorarlbergs präsentiert.

Bei keiner anderen Tiergruppe ist dies notwendiger als bei den Amphibien und Reptilien. Sie haben international gesehen den höchsten Anteil gefährdeter Arten. Gleichzeitig kämpfen sie mit Vorurteilen und Ängsten. Es ist nicht jedermann bzw. «jederfraus» Sache, einen Frosch in die Hand zu nehmen und z.B. über die Straße zu tragen. Eidechsen sind ja noch Sympathieträger und gern gesehene Gäste in unseren Gärten. Die Dinosaurier faszinieren und fehlen heute in fast keinem Kinderzimmer als Spielzeug. Hingegen kann den Schlangen auch der beste Imageberater kaum helfen.

Hier braucht es eine fundierte Betrachtung, die auch den Nichtwissenschaftlern die Besonderheiten der Arten vor Augen führt und für diese Gruppe begeistern kann. Dies ist dem Autorenteam mit Maria Aschauer, Markus Grabher, Dietmar Huber, Ingrid Loacker, Christine Tschisner und Georg Amann in herausragender Art gelungen. Für das mit der Erarbeitung der Grundlagen verbundene persönliche Engagement gebührt ihnen ein besonderer Dank, für die kompetente fachliche Bearbeitung respektvolle Anerkennung.
Zahlreiche Bilder zeigen faszinierende Details, Verbreitungskarten und Informationen zu Lebensraum und Verhalten bilden gute Fachgrundlagen, eine Rubrik "Wissenswertes" vermittelt Einblicke in die besonderen Eigenschaften und Fähigkeiten der einzelnen Arten. Das Buch stellt für Wissenschaftler wie Laien das aktuelle Wissen rund um die Amphibien und Reptilien in Vorarlberg umfassend und in leicht verständlicher Art dar.

Damit steht eine Grundlage zur Verfügung, die jeden Einzelnen in die Verantwortung nimmt, für die Erhaltung der Amphibien- und Reptilienvorkommen einen Beitrag zu leisten. Der Lebensraum wird vor allem in der Rheintalebene für viele Arten knapp. Hier müssen wir den Amphibien und Reptilien Räume in geeigneter Qualität zugestehen, sollen auch in Zukunft die Rufe der Frösche und Unken noch zu hören sein und Eidechsen in unseren Gärten nach Insekten jagen.

Dass trotz aller Negativbilanzen auch erfreuliche Überraschungen auftreten können, zeigt das Beispiel des Fadenmolchs, der während der Drucklegung dieser Schrift erstmals für Vorarlberg und damit Österreich gesichert nachgewiesen werden konnte.

Landesrat Ing. Erich Schwärzler


Aschauer, M., Grabher, M., Huber, D., Loacker, I., Tschisner, Ch. & Amann, G. (2008): Rote Liste gefährdeter Amphibien und Reptilien Vorarlbergs. – Rote Listen Vorarlbergs, Band 5: 124 Seiten, Dornbirn (inatura).

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