inatura Dornbirn

Kohlmeise - © Max Granitza
Vogelhaus - © Klaus Zimmermann

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Sollen Vögel im Winter gefüttert werden?

Rein ökologisch gesehen ist der Wert der Winterfütterung fragwürdig. Trotzdem mag sich der mitleidende Mensch wider besseres Wissen zur Fütterung verpflichtet fühlen, wenn die Not am grössten ist, wenn Schnee und Frost das Wetter beherrschen. Der Kompromiss muss lauten: Füttern Ja - aber mit Maß.

Wann soll gefüttert werden?

Nur dann, wenn eine ganz oder nahezu geschlossene Schneedecke liegt, bei Vereisungen (Eisregen) oder wenn der Boden hart gefroren ist.

Nur oder vor allem am Vormittag. Die Futterstelle sollte bei Tagesanbruch (wenn die Tiere nach überstandener Nacht am schwächsten sind) schon gefüllt sein. Damit erhalten die Vögel genügend Reserven, um nachmittags ihre natürlichen Nahrungsquellen (die auch bei extremen Bedingungen in gewissem Maße vorhanden sind) zu erschliessen.

Was soll gefüttert werden?

Für Körnerfresser (= Vögel mit dickem, kräftigem Schnabel) :

  • Freiland-Futtermischungen mit Hanf- und Sonnenblumenkernen, die sich wegen ihres Ölgehaltes besonders gut eignen, als Hauptbestandteil.
  • Getreidesamen sind weniger beliebt. Nicht zu empfehlen ist Hirse, ein Ackerunkraut, das von den Vögel verschleppt werden kann.
  • Die meisten Körnerfresser nehmen auch das für Insektenfresser empfohlene Futter an.


Für Insektenfresser (= Vögel mit spitzem, schlankem Schnabel) :

  • Haferflocken
  • Beeren und Obst (auch faules, nicht aber schimmliges !)
  • Nüsse (Pinienkerne, zerhackte Erd-, Baum- und Haselnüsse) sind fetthaltig und deshalb besonders nahrhaft
  • Fett und Topfen

 

Allgemeines

Das Futter sollte - besonders für Insektenfresser - so dargeboten werden, dass es nicht nass wird oder vereist. Am besten eignen sich Futterautomaten, Futtersäckchen und Fettringe. Gute Futterhäuschen haben den Vorteil, dass das Futter nicht verkotet wird. Dadurch vermindert sich die Gefahr einer Salmonellen-Epidemie (= eine tödlich bakterielle Darminfektion, die am Futterbrett immer latent besteht). Wenn trotzdem einmal eine solche Seuche ausbricht, sollte man das Füttern unverzüglich einstellen, die Futterhäuschen desinfizieren und erst ein paar Tage später mit dem Füttern wieder beginnen. Zum Desinfizieren eignet sich Schmierseife oder heisses Wasser, dem ein geeignetes Mittel beigemischt wird (z.B. 1 % Incidin).

Im Winter finden die Vögel in Form von Schnee, Reif oder Eis stets genug Wasser. Das Anbieten von vorgewärmtem Wasser ist deshalb völlig überflüssig.

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