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Theater Wagabunt in der inatura

JEDERMANN
das Spiel vom Sterben des reichen Mannes
nach Hugo von Hofmannsthal
17. September 2010, 20 Uhr
24. September 2010, 20 Uhr
01. Oktober 2010, 20 Uhr
08. Oktober 2010, 20 Uhr
09. Oktober 2010, 20 Uhr
Der Tod macht klar, um welche Werte der Mensch ringen muss, wenn sein Leben Sinn bekommen soll.
Jedermann verkörpert das Idealbild eines überaus reichen Mannes, der glaubt, sich jeden Wunsch mit Geld und Macht erfüllen zu können. In diesem Bewusstsein lebt er engstirnig und ohne Skrupel sein Leben.
Hofmannsthals Spiel ist ein immer und überall gültiges, hat sich der Mensch doch im Laufe von Jahrtausenden kaum geändert. Im Gegenteil, er ist noch egoistischer und strebt wie eh und je nach eigenem Vorteil, nach „irdisch Gut allein“.
Warum sonst brauchte man den ständigen Ruf nach Nachbarschaftshilfe, die immer wiederkehrenden Appelle zur Linderung der Not in der Welt.
Jedermann bekommt einen Befund, der ihm den nahen Tod vorhersagt.
Er versucht einen Fürsprecher für sich zu gewinnen, der ihn auf seinem letzten Weg begleiten soll. Aber niemand will mit ihm gehen, weder seine Buhlschaft, noch seine besten Freunde und Verwandten.
Auch sein vieles Geld lässt ihn im Stich …
„Ich bin dein Reichtum, dein Geld ... du warst mein Knecht ... ich habe in deiner Seele regiert … ich habe dich tanzen lassen wie einen Hampelmann … ich war dir nur für irdisch Tag geliehen …“
Jedermann resümiert über sein Leben und stellt sich selbst als guten Mann dar.
Da erscheinen seine Werke in Form von „Armer Nachbar“, und Jedermann erkennt sein sündhaftes Leben, aber er bereut nichts, er wird zynisch und überheblich, bis der Teufel ihn ins Jenseits bittet.
Theater Wagabunt hat eine Parodie aus diesem Stoff erarbeitet und das Stück ins Jetzt geholt. Hofmannsthals gebundene Sprache wird teils übernommen, teils sehr heutig wiedergegeben. Der Erzähler (Tod?), der auch die Rollen von Buhlschaft, Mutter, Mammon, Teufel usw. übernimmt, begleitet Jedermann von Szene zu Szene.
Ein modernes Mysterienspiel mit viel Humor, aber auch mit ernstem Hintergrund.
Es spielen.
Roman Binder / Robert Kahr
Musik-Mix / Geräusche: Martin Greil
Regie: Karl Wozek
Konzept / Bearbeitung: Theater Wagabunt