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Schmuckschildkröten: Studie über eingeschleppte Exoten

- Gelbwangenschildkröte

- Höckerschildkröte

- Rotwangenschildkröte
Seit Jahren trifft man in den Gewässern des Rheintales auf exotische Reptilien, die Rotwangen-Schmuckschildkröte und andere Sumpfschildkröten haben sich in Baggerseen und Riedgräben bei uns etabliert. Gemeinsam ist diesen Reptilien, dass sie als münzgroße Jungtiere für die Terrarienhaltung gekauft wurden. Irgendwann wurde dann das Terrarium zu klein, und die Schildkröten wurden in die freie Natur entsorgt. Jetzt befasst sich eine gesamtösterreichische Studie mit diesen unbeliebten „Aliens“, Projektpartner in Vorarlberg ist die inatura in Dornbirn.
Die inatura-Fachberater bitten in diesem Zusammenhang alle Vorarlberger, ihre Beobachtungen von Sumpfschildkröten in freier Natur zu melden. Neben Angaben zu Beobachtungsort und –datum ist eine genaue Artbestimmung wichtig. Da diese oft schwierig ist, sind die Experten für die Zusendung digitaler Fotos der Reptilien sehr dankbar. Die Tiere selbst sind am Ort der Beobachtung zu belassen und sollten möglichst wenig gestört werden!
Klaus Zimmermann und seine Beraterkollegen waren in den vergangenen Jahren verstärkt mit Meldungen zu exotischen Sumpfschildkröten in Vorarlberg befasst. Das Einfangen der Tiere und ihre Unterbringung in kontrollierten, privaten Teichen brachte keine Lösung. Die Reptilien büxten immer wieder aus, und wurden erneut in die inatura gebracht. Auch die Anzahl an tatsächlichen „Neubeobachtungen“ blieb trotz der Fangaktionen konstant hoch. Das aktuelle Forschungsprojekt versucht, die tatsächlichen Bestände der exotischen Schildkröten in Österreich zu erfassen und deren ökologische Auswirkungen auf die heimische Natur abzuklären.
Noch im Jahr 1996 wurden weltweit über 8 Millionen Rotwangenschildkröten aus Zuchten für Privathalter verkauft. Im Jahr darauf erließ die EU ein striktes Importverbot für diese Tiere. Die Züchter reagierten darauf, indem sie den Handel auf verwandte Schildkrötenarten verlegten. Laut Österreichischem Tierschutzgesetz gelten alle diese exotischen Reptilien als Wildtiere, ihre Haltung muss der Behörde (zuständige Bezirkshauptmannschaft) gemeldet werden. Die Freisetzung dieser standortfremden Tiere in unserer Natur ist und bleibt strikt verboten!
Vor Jahren beklagte der Tierschutz, dass die bei uns ausgesetzten exotischen Sumpfschildkröten im Winter verenden. Die Natur hat sie eines Besseren belehrt, in zahlreichen Baggerseen im Rheintal wurden die Reptilien über Jahre hinweg konstant beobachtet. Nachweislich leben in Ostösterreich einzelne Rotwangen-Schildkröten bereits mehr als 20 Jahre in freier Natur. In der Steiermark, in Kärnten und in Wien gibt es bereits Belege für eine erfolgreiche natürliche Fortpflanzung der Reptilien. Aufgrund der derzeit beobachteten klimatischen Veränderungen ist zu erwarten, dass eine natürliche Fortpflanzung der eingeschleppten Reptilien zum Normalfall wird.
Geblieben sind die Bedenken des Naturschutzes zur Etablierung der exotischen Sumpfschildkröten in Mitteleuropa. In Ostösterreich, speziell in den Donauauen bei Wien gibt es noch Bestände der heimischen Europäischen Sumpfschildkröte. Diese Art ist durch die Biotopveränderungen der vergangenen Jahrzehnte in Bedrängnis geraten, die Konkurrenz um Nahrung und Lebensraum mit den exotischen Arten könnte das Aus für sie bedeuten.
In Vorarlberg war die Europäische Sumpfschildkröte nie heimisch. Einzelne Funde der Art aus Vorarlberg und dem Schweizerischen Rheintal waren nach aktuellem Wissensstand auch nur ausgesetzte Tiere. Bereits im Mittelalter wurden diese Tiere gerne in Klöstern gehalten, sie waren eine beliebte Fastenspeise der Mönche. Später interessierten sich auch private Halter für die Tiere, da es sich dabei ausschließlich um Wildfänge handelte, ging dies zulasten der natürlichen Populationen.
Meldungen erbeten an:
inatura – Erlebnis Naturschau GmbH
Fachberatung
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6850 Dornbirn
Telefon: 05572 / 23235
Mail: fachberatung@VOR VERWENDUNG DER MAIL-ADRESSE DIESEN SPAM-SCHUTZ-TEXT ENTFERNEN!inatura.at