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Wie schützt man Kinder vor dem giftigen Riesenbärenklau?

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Riesenbärenklau (2288 x 1712 pixel - 826 kb) - © inatura / Norbert Gorbach

In Vorarlberg breitet sich seit Jahren eine Pflanzenart aus, die Medizinern und Naturschützern zu gleichen Teilen Kummer bereitet: Der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum) wird wegen seines kräftigen Wuchses auch Herkulesstaude genannt. Es ist eine mehrjährige Staude aus der Familie der Doldenblütler. Die Pflanzenart wurde vor mehr als hundert Jahren aus dem Kaukasus als Zierpflanze bei uns eingeführt. Verwildert tritt der Riesenbärenklau mittlerweile in ganz Vorarlberg an Waldrändern, bei Wegen, aber auch in Streuewiesen auf.

Aussehen und Merkmale:

Die Pflanzen werden über 3 m hoch. Ihr Stängel ist an der Basis bis zu 10 cm dick und rot gesprenkelt. Die Blätter sind gefiedert, die Einzelblätter laufen spitz zu. Ab Juli stehen die Pflanzen in Blüte, die Dolden können einen Durchmesser von einem halben Meter erreichen. Die oft mehr als 10.000 Samen einer Pflanze sind sehr widerstandsfähig und bleiben mehrere Jahre keimfähig. Die Samen werden durch Tiere, über Wasserläufe, durch Verwendung als Bienenfutterpflanze, aber auch über Ausbringen von Aushubmaterial verbreitet.

Achtung Giftpflanze!

Alle Pflanzenteile des Riesenbärenklau enthalten Furocumarine (zB. Bergapten, Imperatorin). Der Pflanzensaft hat eine starke fototoxische Wirkung. In Verbindung mit Sonnenlicht (UV-Strahlung) führt ein Hautkontakt mit dieser Pflanze zu Hautveränderungen und Blasenbildung, die den Symptomen einer schweren Verbrennung entsprechen. Es treten auch Pigmentstörungen auf und im schlimmsten Fall Hautkrebs (fotomutagene Reaktionen). Sehr oft bleiben an den betroffenen Hautpartien hässliche Vernarbungen zurück. Auch ein Augenkontakt mit dem Pflanzensaft ist in jedem Fall zu vermeiden, Irritationen bis hin zur Erblindung drohen. Selbst das Einatmen der Dämpfe des Pflanzensaftes (beim unsachgerechten Entfernen) kann zu Gesundheitsproblemen führen. Besonders Kinder mit ihrer zarten Haut sollten in jedem Fall vor dem Kontakt mit dem Riesenbärenklau geschützt werden, zumal die riesigen Blütenstände sehr zum Spielen einladen. Bereits über 20 schwere Vergiftungsfälle durch Hautkontakt mit den Pflanzen sind den inatura-Fachberatern bekannt, vor allem Kinder waren betroffen.

Was tun bei einer Vergiftung?

Nach Hautkontakt mir Riesenbärenklau ist direktes Sonnenlicht in jedem Fall über mehrere Tage zu meiden. Zu bedenken ist dabei, dass die UV-Strahlung auch bei leicht bewölktem Himmel stark genug ist, um eine fototoxische Reaktion auszulösen. Die Giftstoffe des Bärenklau dringen rasch in die Haut ein und bleiben über mehrere Tage wirksam. Ein sofortiges Abwaschen der betroffenen Hautpartien mit Seifenwasser ist hilfreich, bietet aber keinen Schutz vor den beschriebenen fototoxischen Wirkung. Schützen kann man sich in dieser Zeit mit dichter Kleidung, die die betroffenen Hautpartien vor Sonneneinstrahlung schützt.

Hautsymptome treten normalerweise in 24 bis 48 Stunden auf. Beim ersten Auftreten von Hautveränderungen ist in jedem Fall ein Arzt aufzusuchen! Keinesfalls sollten selbständig irgendwelche Cremes oder Hausmittel auf der Haut aufgebracht werden. Ein Benetzen der Haut mit reinem Wasser kann die Schmerzen vorübergehend lindern.

Naturschützer warnen

Einmal verwildert breitet sich der Riesenbärenklau sehr rasch aus. Er dringt zunehmend in sehr sensible Gebiete wie Streuewiesen ein. Mit seinem gigantischen Wuchs vertreibt er die dort heimischen Gewächse und mit ihnen die pflanzengebundenen Kleintiere, Käfer und Schmetterlinge. Entlang von Bachläufen werden die Samen des Riesenbärenklau oft kilometerweit fortgetragen und bleiben am neuen Standort über mehrere Jahre keimfähig.

Bekämpfung, aber wie?

Vordringliches Ziel von Bekämpfungsmaßnahmen ist es, die weitere Verbreitung der Staude zu verhindern. Dies kann durch mehrfaches Abmähen bestehender Pflanzen vor der Samenreifung geschehen. Die verbleibenden Stauden werden durch diese Maßnahme geschwächt, aber nicht vernichtet. Durch ein Abfräsen des Bodens in eine Tiefe von mindestens 12 cm werden auch die Rhizome (Wurzeln) der Pflanzen zerstört. Die Maßnahmen müssen regelmäßig kontrolliert und oft über mehrere Jahre hinweg wiederholt werden. Das abgeschnittene Pflanzenmaterial ist zu verbrennen, zu vergären oder professionell zu kompostieren. In besonders sensiblen Gebieten mit geschützten Pflanzen kann der Boden nicht abgefräst werden. Dort sind die Rhizome des Riesenbärenklau mit Spaten in ca. 15 cm Tiefe abzustechen und das Pflanzenmaterial wie beschrieben zu entsorgen. Bei jeder Art von Bekämpfung ist Schutzkleidung zu tragen. Augen und Haut sind vor jedem Kontakt mit der Pflanze zu schützen. Normale Kleidung bietet keinen ausreichenden Hautschutz.

Ein aktueller EU-Praxisleitfaden zur Bekämpfung der Herkulesstaude findet sich unter: http://www.giant-alien.dk/pdf/German%20manual_web.pdf


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Riesenbärenklau (1944 x 2592 pixel - 1.065 kb) - © inatura / Georg Friebe
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Riesenbärenklau (1440 x 2160 pixel - 1.319 kb) - © inatura / Norbert Gorbach
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Riesenbärenklau als Einwanderer in einer Riedwiese (1632 x 1224 pixel - 1.064 kb) - © Markus Grabher, UMG
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Verbrennungen - Selbstversuch von Markus Grabher (4288 x 2848 pixel - 1.053 kb) - © Markus Grabher, UMG
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Verbrennungen (1024 x 1280 pixel - 601 kb) - © inatura

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