inatura Dornbirn

Die Beifußblättrige Ambrosie

Ein Allergien auslösender Einwanderer

Die Beifußblättrige Ambrosie (Ambrosia artemisiifolia) ist eine einjährige Pflanze, die ursprünglich aus Amerika stammt. Sie wurde nach dem 2. Weltkrieg in Europa eingeschleppt und hat sich seither besonders in Südeuropa etabliert. In Ostösterreich wird seit 1990 eine stetige Zunahme dieser Pflanzenart beobachtet. In Niederösterreich wurden Strategien gegen die Ausbreitung der Ambrosie erarbeitet. Frankreich, Italien und Ungarn haben bereits gesetzliche Grundlagen für die Ausrottung der Allergien auslösenden Pflanze geschaffen.

Erste Funde in Vorarlberg zeigen, dass die Pflanze nun auch im Ländle im Vormarsch ist. Da die Pollen der Ambrosie beim Menschen zu heftigen allergischen Reaktionen führen können, hat die inatura für Sie ein Merkblatt über Aussehen und Bekämpfung der Pflanze erstellt.  Neben der PDF-Datei finden Sie den Text auch weiter unten nach den Pressebildern

Merkblatt mit Steckbrief (.pdf)

 
Pressefotos
   

Link zum Pressefoto
Beifußblättrige Ambrosie
(3072 x 2304 px)
© inatura / Klaus Zimmermann
Link zum Pressefoto
Beifußblättrige Ambrosie
(3072 x 2304 px)
© inatura / Klaus Zimmermann
Link zum Pressefoto
Ein typisches Blatt
(3072 x 2304 px)
© inatura / Klaus Zimmermann
Link zum Pressefoto
Weibliche Blüten
(2304 x 3072 px)
© inatura / Klaus Zimmermann
Link zum Pressefoto
Männliche Blüten
(2304 x 3072 px)
© inatura / Klaus Zimmermann
Link zum Pressefoto
Männliche Blüten
(2304 x 3072 px)
© inatura / Klaus Zimmermann
Link zum Pressefoto
Pollen von Ambrosia artemisiifolia
(900 x 675 px)
© Biologisches Labor Umweltagentur Bozen / Italien

  
Pressetext - Steckbrief

Pflanzenart
Die Ambrosie ist ein einjähriger Korbblütler, also eine Verwandte der Sonnenblumen. Andere Namen der Pflanze sind Beifuß- oder Wermutblättrige Ambrosie sowie Aufrechtes Traubenkraut. Weiters eingebürgert hat sich die englische Bezeichnung Ragweed.

Beschreibung
Die Ambrosie wird 20-100 cm hoch. Die rötlichen Stiele sind abstehend behaart. Dies erleichtert die Unterscheidung zum unbehaarten Beifuß. Die gestielten Blätter sind doppelt gefiedert. Die eingeschlechtigen Blüten sind sehr klein. Männliche Blüten bilden ährige Trauben (Namensgebung!). Diese erreichen eine Größe von 4-5 mm und bestehen aus jeweils 5-12 Röhrenblüten. Die weiblichen Blüten sitzen unterhalb der männlichen in den Blattwinkeln. Sie bestehen aus 1-7 kronenlosen Einzelblüten. Die Früchte sind 4-5 mm lang und behaart. Ein Exemplar kann zwischen 3.000 und 60.000 Samen produzieren. Die Pflanzen keimen Ende Mai bis Anfang Juni aus, zur Blüte kommen sie zwischen August und Oktober.

Verbreitung und Vorkommen
Die Ambrosie bevorzugt gestörte Böden, also Wegränder, Schuttplätze, Deponien sowie hitzegeschädigte Standorte. Sie tritt ausschließlich in Tallagen auf und benötigt im Sommer reichlich Niederschläge. In vielen Gebieten ist sie unerwünschte Begleiterin in Sonnenblumenkulturen. In Hausgärten wird sie meist mit Vogelfutter eingeschleppt. Ihre hirsegroßen Samen weisen Dornen auf, so werden sie häufig anhaftend an den Reifen von landwirtschaftlichen Maschinen verbreitet.

Gefahr für den Menschen
Die Pollen der Ambrosie können beim Menschen zu heftigen allergischen Reaktionen führen. Eine einzige Pflanze kann bis zu einer Milliarde Pollen ausbilden. Allergiker reagieren schon auf eine Anzahl von 10 bis 50 Pollenkörnern. Betroffen sind die oberen Atemwege, die Nasen- und Augenschleimhäute. Häufig wird auch Asthma von der Ambrosie ausgelöst. Besonders unangenehm für Allergiker ist die späte Blütezeit der Pflanze, die Pollensaison wird durch sie um zwei Monate in den Herbst verlängert. Häufiger Hautkontakt mit der Ambrosie kann auch zu lokalen Hautirritationen führen. Fachleute gehen davon aus, dass auch diese im Extremfall zu einer Allergie-Sensibilisierung führen können ("Kontaktallergie").

Schutzmaßnahmen und Bekämpfung
In Hausgärten eingeschleppte Ambrosien können leicht mit der Wurzel ausgerissen und entsorgt werden. Dies sollte in jedem Fall schon vor der Blütezeit geschehen. Es wird empfohlen die Pflanze nur mit Handschuhen anzufassen und Staubmasken zu tragen. Allergiker sollten die Pflanze nicht selbst entfernen. In Hausgärten sollten ab Mai jene Stellen beobachtet werden, an denen im Winter Vogelfutter ausgestreut wurde.

Medizinische Hilfe
Eine Therapie gegen allergische Symptome hat nach Absprache mit einem Arzt zu erfolgen. Im Vordergrund stehen dabei medikamentöse Entzündungshemmung und das Lösen von Muskelkrämpfen. Auch eine Allergenkarenz, also die Vermeidung von Allergieauslösern, ist anzustreben.

Pflanzenbestimmung und Beratung
Die inatura-Fachberater helfen gerne bei Fragen zur Ambrosie. Um eine Pflanze sicher bestimmen zu können, ist es nötig, zumindest Teile der Pflanze mit in die inatura zu bringen. Um eine Pollenausbreitung zu verhindern, sollte der Transport in geschlossenen Plastiktaschen oder Gläsern erfolgen.

inatura – Beratungstelefon: +43 (0)5572 / 23235

   

Nach oben

Mail an Redaktion

News

28.07.10

inatura - Pilzexkursionen

Pilze: Naturschönheiten – Speisen - Gifte Das Sammeln von Speisepilzen begeistert immer mehr Naturfreunde. Damit dieses Vergnügen ungetrübt bleibt, sind einige wichtige Punkte zu beachten.
26.07.10

Neue Ausstellung – tierleben - in der inatura

Die seit Oktober 2008 in der inatura eingerichtete Projektstelle für die Mensch-Tier-Beziehung, „tierleben“, zeigt ab 23.7.2010 eine Ausstellung im Lebensraum „Stadt“ der inatura.
12.07.10

inatura – Exkursionsprogramm 2010

Dalaas - Schmiedtobel Sonntag 18. Juli Treffpunkt: 10:00 Uhr, Bahnhof Dalaas
12.07.10

Doppelmayr - Sommerforschungstage 2010

Neben den Doppelmayr-Forschungsworkshops, die von Schulklassen während des Jahres gebucht werden können, finden heuer im Sommer auch wieder die bereits traditionellen Doppelmayr-Sommerforschungstage für Kinder im Alter von 7 bis 11 Jahren statt.
02.07.10

„Reiseziel Museum“ –Eine spannende Reise für die ganze Familie

Termine: 04. Juli 2010 01. August 2010 05. September 2010, jeweils von 10:00 bis 17:00   Auch dieses Jahr öffnen Vorarlberger Museen jeweils am ersten Sonntag im Juli, August und September ihre Türen für Groß und Klein. Die Familien erwartet eine spannende Entdeckungsreise durch die...