inatura Dornbirn

Quarz und Drachensteine

Bergkristall - gefunden im Rätikon / Vorarlberg - © inatura / Georg Friebe


Amethyst

Der Amethyst ist dem (Planeten) Jupiter zugeordnet. Er war jedoch in der Antike dem Gott Bacchus (= Dionysos) geweiht und wurde als Schutz vor Trunkenheit und Trunksucht angesehen. Folglich wurde im antiken Griechenland Wein gerne aus Amethystbechern getrunken. Daneben vertreibt er auch Regen- und Gewitterwolken.

Der eitle Aberglaube der Magier verspricht, diese Steine wirkten dem Rausch entgegen, und daher hätten sie ihren Namen, und weiter, wenn man die Namen des Mondes und der Sonne in sie einschreibe und sie zusammen mit den Haaren eines Hundskopfaffen und den Federn einer Schwalbe um den Hals trüge, so schützten sie auch vor Giftmischerei; ja, sie könnten einem dazu verhelfen, Zugang zu Königen zu finden, und auch dazu, Hagel und Heuschrecken abzuwenden. Die Magier haben dies, denke ich, nicht ohne Verachtung und Spott für das Menschengeschlecht niedergeschrieben.
(C. PLINIUS SECUNDUS d. Ä.)

[Er] macht den menschen wächtig [wacker] und vertreibt die poesen gedänk und pringt guot vernunft, macht mild und sanft.
(KONRAD VON MEGENBERG, 1350)


Bergkristall

Bergkristall ist wohl der verbreitetste Zauber- und Heilstein überhaupt. In der Antike glaubte man, er sei fest gefrorenes Eis, welches nicht mehr aufgetaut werden kann. Man verwendete ihn unter anderem gegen gallige Durchfälle der Kinder, als absorbierendes Mittel und bei Milchstockungen.

Heute wird er meist als geheimnisvolle Kraft- und Energiequelle betrachtet. Auffallend dabei ist, daß zwar der äusseren Form dieses Minerals (Pyramide, Obelisk, Kugel etc.) große Bedeutung beigemessen wird, während der kristallographische Aufbau (etwa Verzwillingungen) für die "Heilwirkung" gänzlich bedeutungslos sein soll !

Und um ihn für den Verkauf attraktiver zu machen, wird er mit Gold bedampft, und störende Flächen und Wachstumsunregelmässigkeiten werden weggeschliffen. 

 

Die Gewinnung des Dracontium und der Luzerner Drachenstein


Drachensteine, Trackenstein, Dracontium

Mit dem Drachen wurden die verschiedensten Fossilien in Verbindung gebracht: Ammoniten, Haizähne, versteinerte Hirnkorallen. Die Knochen von Höhlenbären wurden oft als Drachenknochen gedeutet. Manche Höhle hat davon ihren Namen (z.B. das Drachenloch bei Vättis [Schweiz] oder die Drachenhöhle bei Mixnitz [Steiermark]).

Ammoniten wurden als Drachenstein in den Melkeimer gelegt, um Erkrankungen des Euters, aber auch Behexung des Viehs zu verhindern.

Eine andere Art von Drachenstein beschreibt KONRAD VON MEGENBERG in seinem "Buch der Natur" (1350):

Trachenstein / den nimpt mann auß eines trachenhirn / unnd zeucht mann in nit auß eins lebendigen trachenhirn / so ist er nit edel. Die künen mann schleichent über die trachen da sie liegen / und schlatzen in das hirn entzwey / und dieweil sie zabeln so ziehen sie im das hirn herauss. Man spricht der stein sei gut wider die vergifftent thier und widersteh dem vergifft trefftiglich. Die stein seind durchsichtig.

Es handelt sich dabei zumeist um fossile Hirnkorallen, deren Oberfläche zahlreiche Windungen zeigt und somit einem Gehirn ähnlich ist.

Berühmtheit erlangte der Drachenstein vom Pilatus (Schweiz). Ein Bauer beobachtete an einem schwülen Sommertag im Jahre 1420 in der Gegend von Rothenburg bei Luzern einen vom Rigi zum Pilatus fliegenden Drachen. Vor Hitze und Gestank fiel er in Ohnmacht. Er fand daraufhin einen runden Stein, der in geronnenes Blut eingeschlossen war. Im Jahre 1509 wurde dieser Fund anläßlich eines Besitzerwechsels urkundlich festgehalten. Der Stein genoß als Heilmittel gegen Pestilenz, Ruhr und Blutfluß große Berühmtheit. Die Wunderkraft wurde im Jahre 1523 urkundlich bestätigt.

Der Stein ist heute im Natur-Museum Luzern ausgestellt. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Kieselkonkretion, die nachträglich bearbeitet und braun bemalt wurde, oder um eine gebrannte Tonkugel. Auffallend ist, daß die Bemalung Stellen leicht erhöhter Radioaktivität umschließt.

 

weiter: Lochstein, Blutstein, Hexenherzen

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