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Glitzernde Kostbarkeiten : Was Kinder fragen könnten ...

Was sind Minerale / Kristalle ?
Minerale sind die "Bausteine" der Erde. Fast alle Minerale bilden Kristalle. Kristalle haben einen regelmässigen inneren Aufbau und sind von ebenen Flächen begrenzt. Eine der einfachsten Kristallformen ist der Würfel. Andere sind komplizierter und haben auch unverständliche Namen.
Minerale bestehen aus chemischen Elementen. Diese sind nach einem strengen, festen Bauplan angeordnet - für jedes Mineral anders. Der Bauplan bestimmt, wie der Kristall aussieht.
Aber nicht immer haben die Kristalle genügend Platz, dass sie ungehindert wachsen können. Sehr oft behindern sie sich gegenseitig. Sie bilden dann unregelmässige Körner. Aber dennoch sind es Kristalle, weil sie in ihrem Inneren nach ihrem ganz eigenen Bauplan aufgebaut sind.
Was ist der Unterschied zwischen Stein und Kristall ?
Eigentlich müssten wir fragen: Was ist der Unterschied zwischen Gestein und Mineral?
Minerale sind die Bausteine der Gesteine. So wie ein Haus aus einzelnen Ziegeln besteht, so besteht ein Gestein aus einzelnen Mineralen. Und diese Minerale sind natürlich Kristalle. Ein Stein besteht also aus sehr, sehr vielen kleinen Kristallen. Oft sind sie so klein, dass man sie nicht einmal im Mikroskop sehen kann - andere kann man mit freiem Auge als Kristall erkennen.
Wie viele Arten von Kristallen gibt es?
Es gibt etwa 130 Grundformen von Kristallen. Aber diese Grundformen lassen sich kombinieren: Zum Beispiel kann auf einem Würfel oben und unten eine Pyramide sitzen - und schon schaut der Kristall anders aus.
Bei den Mineralen wird es schon einfacher. Es gibt etwas mehr als 4000 unterschiedliche Minerale. Die meisten davon sind aber sehr selten.
Wie entstehen Kristalle?
Da gibt es 3 Möglichkeiten:
- Kristallisation aus einer Flüssigkeit (zum Beispiel Meerwasser oder Mineralwasser), wenn das Wasser verdunstet oder wenn heisses Wasser abgekühlt wird.
- Kristallisation aus flüssigem Gestein, wenn es wieder abgekühlt wird und erstarrt (bei Vulkanen).
- Umwandlungen von bestehenden Kristallen bei grosser Hitze (bis 600 Grad) und grossem Druck.
In allen drei Fällen werden die vorhanden chemischen Elemente nach ganz bestimmten Bauplänen neu geordnet.
Warum sind Kristalle schön?
Nicht alle Kristalle sind schön. Die meisten sind sogar sehr unscheinbar. Sie werden nur vom Fachmann als Kristalle erkannt. Schön sind Kristalle erst dann, wenn sie genügend Platz (und Zeit) zum Wachsen gehabt haben - etwa in einem Hohlraum im Gestein. Dann behindern sie sich nicht gegenseitig und können Kristallflächen ausbilden.
Die Kristallflächen sind meistens sehr glatt. Sie glänzen und glitzern. Dazu kommt die Farbe - grün bei Smaragden, rot bei Rubinen. All das wird vom Menschen als schön empfunden. Aber jeder Mensch hat seinen eigenen Geschmack: Dem einen gefallen rote Steine besser, andere wollen blaue Kristalle ...
Weshalb gibt es Kristalle?
Die chemischen Elemente, aus denen die Minerale bestehen, könne sich nur nach einem ganz bestimmten Muster anordnen. Da stecken komplizierte chemische Vorgänge dahinter. Für uns soll das genügen: Die Elemente können nicht anders. Sobald sie sich zu einem Mineral zusammenschliessen, müssen sie den Bauplan einhalten. Und der Bauplan ergibt einen Kristall.
Wann und wo wurden Kristalle entdeckt?
Auch so eine schwierige Frage. Die ersten Funde von grossen, schön ausgebildeten Kristallen waren wohl Zufallsfunde. Die Menschen der jüngeren Altsteinzeit vor mehr als 10.000 Jahren haben gelegentlich auffallende Steine gefunden. Sie waren anders als die übrigen Steine, glänzten oder hatten eine besondere Farbe. Die Leute konnten sich nicht erklären, warum es diese auffallenden, seltenen Steine gibt. Daher wurden Kristalle als etwas Besonderes angesehen. Es ist auch schwer zu sagen, wann der Mensch angefangen hat, Kristalle durch schleifen zu verschönern.
Wo gibt es am meisten Kristalle?
Kristalle gibt es überall auf der Erde - nicht nur die kleinen, aus denen die Erde aufgebaut ist, sondern auch schöne grosse. Bei uns in den Alpen könnt ihr Bergkristall finden, oder Kalkspat. Für Diamanten müsst ihr schon nach Südafrika, Brasilien oder Russland. Smaragde findet man mit etwas Glück auch in Österreich - im salzburgischen Habachtal.