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Kunst im inatura-Garten : Der H-Würfel von Georg Malin

Jahrelang stand er auf der kleinen Grünfläche zwischen Stadtmuseum und Rathaus. Doch dann musste der H-Würfel des Liechtensteiner Künstlers Georg Malin (geb. 1926) der Stadtgarage weichen. Im Garten der inatura hat er eine neue Bleibe gefunden: Nachdem er mehrere Wochen – in seine Einzelteile zerlegt – zwischengelagert worden war, wurde er genau 5 Jahre nach der Eröffnung der inatura wieder aufgestellt.
Georg Malin ist eine der vielseitigsten Persönlichkeiten unter Liechtensteins Künstlern. Er ist nicht nur Bildhauer, Maler, Kirchenbauer und Konservator. Der promovierte Historiker hat auch als Archäologe gegraben. Daneben war er Richter, Landtagsabgeordneter und Regierungsrat. Und er gehört zu den Gründungsmitgliedern des Liechtenstein-Instituts, der Liechtensteinischen Akademischen Gesellschaft, der Gesellschaft für Umweltschutz und prägte den Historischen Verein Liechtenstein während 41 Jahren.
Malins Kunst ist schnörkellos und gradlinig, und beschränkt auf das Wesentliche. Dennoch ist sie voller Symbolkraft. Natur, Geschichte und Kosmos sind die drei Mächte, die Malins Wissen, Denken und Kunst bestimmen. Dabei verfolgt er das Gesetz der heiligen Zahl Vier, die im Würfel verkörpert ist. Sie steht für universelle und endgültige Wahrheiten: vier Evangelien, vier Elemente, vier Himmelsrichtungen, vier Jahreszeiten.
Mit seinen «Buchstabenwürfeln» schuf Malin ein «Gedächtnis der Welt». Denn für Malin sind Buchstaben Symbole der Sprache schlechthin. "Mit diesen Zeichen lässt sich alles festhalten, was der Mensch denkt, fühlt, erwartet, gewusst hat." Und sie sind Fragmente des Wortes. "Ich denke, dass im H der Hauch des Geistes mitschwinkt, dass im T der Tempel angesprochen ist, dass im L ein Lichthaken aufblitzt", beschreibt der Künstler die Bedeutung der einzelnen Buchstaben.
Jeweils zwanzig Buchstaben hat der Künstler in vier Würfelgenerationen vollendet. Der H-Würfel im inatura-Garten gehört zu seinen jüngsten Werken. Cortenstahl hat den früheren Chromstahl abgelöst, die Buchstaben rosten. Wie die Worte ist auch die Kunst Malins letztendlich vergänglich.