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Sechs Fragen zur Ammen-Dornfingerspinne

Ammen-Dornfingerspinne - © inatura / Klaus Zimmermann

 
1. Warum taucht die bislang kaum in Erscheinung getretene Dornfingerspinne plötzlich so häufig in der Umgebung von Menschen auf?

Der Klimawandel begünstigt die Wanderungen der Dornfingerspinne in Richtung Norden. Das aus dem Mittelmeeraum stammende Tier hat sich mittlerweile bis nach Deutschland vorgearbeitet. Ihr bevorzugter Lebensraum sind Wiesen mit hohem Gras. Der heiße Sommer verleitet die Spinne jedoch dazu, auch in menschlichen Lebensraum - etwa Häuser - vorzudringen, wo es kühler ist.


2. Woran erkenne ich die Dornfingerspinne? Wie kann ich sie von anderen Spinnenarten unterscheiden?

Die 1,2 bis 1,6 cm große Spinne hat eine blass-grünliche Grundfarbe und auf dem Hinterleib eine rötlich wirkende Zeichnung. Der Kopfschild hat eine kräftige orange-braune Färbung, die Kieferklauen sind groß ausgeprägt. Und schließlich befinden sich an den Enden der Beine und Fühlertaster charakteristische schwarze Punkte. Die Weibchen sind üblicherweise etwas gefährlicher, weil sie ihre Brut verteidigen. Sie haben im Gegensatz zu den Männchen einen größeren und breiteren Hinterleib.


3. Was soll ich tun, wenn ich die Spinne vor mir als Dornfingerspinne identifizieren konnte?

Wenn man der Spinne im Freien begegnet, am besten einfach weitergehen. Schutz vor einem Biss in der Natur bieten geschlossenes Schuhwerk und lange Hosen. Sollte sich die Spinne im Haus aufhalten, kann je nach Tierliebe vorgegangen werden. Möglichkeit eins: Mit der Zeitung oder einem anderen geeigneten Utensil erschlagen. Möglichkeit zwei: Ein Glas über das Tier stülpen, ein Blatt Papier zwischen Glas und Untergrund schieben und die Spinne im Behältnis ins Freie tragen.


4. Wie giftig ist die Dornfingerspinne?

In Mitteleuropa ist sie die eindeutig giftigste Spinne. Zwar haben andere Spinnen ein ähnlich starkes Gift, allerdings hat nur die Dornfingerspinne ausreichend starke Kieferklauen, um die menschliche Haut zu durchbeißen. In Südeuropa gibt es allerdings noch giftigere Spinnen, etwa die Schwarze Witwe oder die Wolfsspinne. Beide sind aber nicht in Österreich heimisch.


5. Wie gefährlich ist ein Biss der Spinne?

Die Symptome nach einem Biss sind ähnlich denen eines Wespen- oder Hornissenstichs, nur stärker. Das Nervengift der Spinne führt zu starken Schmerzen. Außerdem ist das Gift gewebezersetzend, was zu einer starken Schwellung führt, die im schlimmsten Fall zum Absterben von Gewebe (Nekrose) führen kann. Der betroffene Körperteil läuft dann blau-rot, im Extremfall schwarz an, eine Blutvergiftung kann entstehen. Wird die Nekrose nicht behandelt, kann sie in weiterer Folge auch Knochen angreifen, was bis zu einer Amputation führen kann - bis jetzt ist aber noch kein derartiger Fall bekannt geworden. Vor allem bei älteren Personen oder Kleinkindern kann es nach einem Biss auch zu Übelkeit und Kreislaufproblemen kommen. Im Normalfall besteht aber keine Lebensgefahr.


6. Was mache ich, wenn ich von einer Dornfingerspinne gebissen wurde?

Nach einem Biss sollte die Wunde mit ca. 50 °C heissem Wasser gewärmt (keinesfalls gekühlt!) und umgehend ein Arzt aufgesucht werden. Wenn möglich, sollte auch die Spinne selbst mitgebracht werden (s. Punkt 3), um sie zu identifizieren. Um das Tier sicher transportieren zu können, empfiehlt es sich, die Spinne in ein Gefäß mit hochprozentigem Alkohol zu geben. Dadurch wird das Tier zum einen getötet und konserviert, zum anderen bleiben die äußeren Merkmale gut erhalten.
  

  

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