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Glitzernde Kostbarkeiten : Silikate
Feldspat
Lange Zeit wurden generell alle blättrig oder "spätig" brechenden Minerale ohne Unterschied als Spat bezeichnet. Erst als man sich mit den Steinen genauer beschäftigte, wurde um 1750 der Feldspat abgetrennt. Sein Name ist unklar. Er könnte daher stammen, dass man in nur felder- oder fleckenweise, also über ganz bestimmten Gesteinstypen findet. Oft liegen in Granitgebieten Bruchstücke des Minerals auf den Feldern. Andere leiten ihn von Felsenspat ab (Fels = Bezeichnung für sauere, quarzreiche Gesteine).
Namen
Die Feldspäte sind eine ganze Mineralfamilie. Albit (lat. albus = weiss; Natrium-Feldspat) und Anorthit (gr. an-orthos = nicht rechtwinklig; Calcium-Feldspat) bilden eine lückenlose Mischreihe, deren Glieder wieder eigene Namen haben (z.B. Labradorit , ein dunkler, blau schillernder Feldspat, der auf fast jedem Friedhof als Grabstein zu finden ist). Die Sammelbezeichnung für diese Mischminerale wäre Plagioklas (= der schief Spaltende). Kalifeldspat (Orthoklas = der gerade / rechtwinklig Spaltende) ist nur mit Albit bei hohen Temperaturen, nicht aber mit Anorthit mischbar. Diese Kalium-Natrium-Feldspäte sind aber nicht stabil - bei der Abkühlung entmischen sie sich. Mondstein ist ein durch Entmischung leicht milchig getrübter Kalium-Feldspat. Seinen Namen bekam er, weil seine Farbe an den bleichen Mond erinnert.
Die unterschiedlichen Feldspäte können mit freiem Auge und physikalischen Bestimmungsmethoden nur schwer unterschieden werden. Etwas einfacher ist es für den Fachmann mit der Kristalloptik: Je nach chemischer Zusammensetzung ändern sich Lichtbrechung sowie Lage der optischen Achsen.
Entstehung und Verwendung
Feldspäte gehören zu den häufigsten und wichtigsten Mineralen überhaupt. Fast 60 % der Erdkruste sind Feldspäte! Gemeinsam mit Quarz und Glimmer bilden sie die Gesteine Granit und Gneis (Merkspruch: "Feldspat, Quarz und Glimmer / die drei vergess´ ich nimmer!"). Daneben sind sie Hautgemengteil weiterer Gesteine. Sie entstehen entweder aus vulkanischer Schmelze (grosse Kristalle in grobkörnigen Graniten, sehr feine Kristall-Leisten in Ergussgesteinen) oder während der Metamorphose (Gesteinsumwandlung unter dem Druck von mehreren 10er-Kilometern Überlagerung und Temperaturen von bis zu 700ºC - darüber würde das Gestein aufschmelzen), sowie hydrothermal aus warmen wässrigen Lösungen in alpinen Zerrklüften. Bei der Verwitterung werden sie recht rasch zersetzt und in feine Tonminerale umgewandelt. Alte Granitkörper können völlig zersetzt sein, sodass nur noch der stabile Quarz übrig bleibt. Das Material sieht auf den ersten Blick wie echter Granit aus, kann aber mit der Schaufel abgebaut werden. Die Tonminerale sind wertvoller Rohstoff für die keramische Industrie. Auch in unverwittertem Zustand finden Feldspäte in der Keramik- und Glasindustrie Verwendung. Pulverisierter Albit wird für Glasuren verwendet.

- Granat (Almandin) in einem Geröll aus der Ill
Granat
Die Granat-Gruppe umfasst eine Reihe von Silikat-Mineralen mit gleicher Kristallstruktur und oft gleicher Kristalltracht, aber unterschiedlicher chemischer Zusammensetzung nach der Grundformel X32+Y23+[SiO4]3 .
X2+ kann sein: Mg, Ca, Fe, Mn; für Y3+ kann eingesetzt werden: Fe, Al, Cr, Ti, V.
Allen Granaten sind weiters gemeinsam: die Spaltbarkeit (sehr unvollkommen), der Bruch (spröd, muschelig) und der Glanz (Glasglanz, Fettglanz). Sie bilden fast immer ebene Kristallflächen aus, selbst unter ungünstigen Bedingungen (z.B. wenn sie während der Metamorphose die umgebenden Minerale verdrängen müssen). Die grössten Kristalle können bis zu 100 kg Gewicht erreichen.
Granate gehören zum kubischen Kristallsystem. Die häufigste Kristallform ist das Rhombendodekaeder, also ein Kristall, der aus 12 rhombenförmigen Flächen besteht. Diese Kristallform kann mit anderen kombiniert sein.
Granat ist mit einer Dichte zwischen 3,4 und 4,3 ein Schwermineral. Er ist sehr widerstandsfähig gegen Verwitterung und mechanischen Abrieb und kann daher auf Seifen angereichert werden: Ist ein geeignetes Liefergebiet vorhanden, so findet man z.B. in Strandsanden dünne Lagen, die fast ausschliesslich aus Granat bestehen. Leichte Minerale wie Quarz wurde durch die Wellen abtransportiert, der schwere Granat blieb zurück.
Entstehung
Granate kommen recht häufig in Umwandlungsgesteinen (kristalline Schiefer, Metamorphite) wie Glimmerschiefer oder Gneis, aber auch Amphibolit vor. Während der Umkristallisation wächst der Granat auf Kosten anderer Minerale und verdrängt diese. Solche Kristalle sind an ihren Einschlüssen von Glimmerblättchen leicht erkennbar (z.B. alpine Granate aus dem Zillertal und Ötztal). Andere Granate sind vulkanischen Ursprungs. So enthält der Kimberlit, das Muttergestein des Diamanten, u.a. auch Granat. Besondere Granate können entstehen, wenn durch die Hitze des aufstehenden Magmas andere Gesteine aufgeschmolzen werden und sich die Schmelzen vermischen. Aber auch wenn nichts aufgeschnolzen wird, genügen die Temperaturen des Magmas, um in geeignetem Nachbargestein Granate wachsen zu lassen (Kontaktmetamorphose).
Verwendung
Als Schmuckstein (z.B. böhmischer Granatschmuck).
Namen
Granat, lat. granum = Korn, davon abgeleitet granatum malum = "korngefüllter Apfel" = Granatapfel. Die Blüte des Granatapfels ist purpurfarben, das Innere der Frucht besteht aus roten Körnern, daher: granatus = der Rote. Erst ab dem 18. Jahrhundert wird der Begriff "Granat" im heutigen Sinne verwendet.
Rote Steine wurden im Mittelalter und der frühen Neuzeit als "Karfunkel" bezeichnet. Es ist kaum mehr nachvollziehbar, welcher Stein mit dieser Bezeichnung jeweils gemeint war: Granat, Rubin, roter Spinell ...
Pyrop, griechisch pyropos = feueräugig (wie der Blitz oder die Sonne); bezeichnete zunächst eine "feueräugige" Matalllegierung, eine Art Goldbronze, später im Neulateinischen den Carbunculus / Karfunkel, also jede Art von rotem Edelstein. In jünster Zeit wurde Pyrop als Bezeichnung für böhmische Granate ein eigenständiger Mineralname. Pyrop ist ein Magnesium-Aluminium-Granat von blutroter Farbe, die er Beimengungen von Eisen verdankt. Er ist vulkanischen Ursprungs. Auch die böhmischen Granate, die durch Waschen aus Sanden gewonnen wurden, stammen ursprünglich aus einem basischen (= quarzarmen) Vulkangestein. Im Laufe seiner geologischen Geschichte wurde es zunächst zu Serpentinit umgewandelt, später erodiert. Der widerstandsfähige Granat wurde dabei im Wasser abtransportiert und weiter flussabwärts an Stellen geringerer Strömungsenergie in Seifen angereichert.
Almandin, nach der Stadt Alabanda in Kleinasien, ist ein Eisen-Aluminium-Granat, der bevorzugt in metamorphen Gesteinen vorkommt. Fast alle alpinen Granate sind Almandine.
Der Spessartin, ein Mangan-Aluminium-Granat, hat seinen Namen von der deutschen Landschaft Spessart. Er findet sich in Klüften im Pegmatit, einem vulkanischen Ganggestein. Beim Auskristallisieren einer Magmenkammer bleibt zum Schluss eine Restschmelze übrig, die sehr reich an Silizium und anderen leichten Elementen ist. diese Schmelze versucht entlang von Spalten Richtung Erdoberfläche aufzusteigen. Schliesslich muss auch sie in den Spalten = Gängen auskristallisieren. Hohlräume in Pegmatiten enthalten oft sehr begehrt Edel- und Schmucksteine wie Aquamarin, Turmalin, Topas ...
Grossular ist ein Calcium-Aluminium-Granat. Lat. grossularia ist die Stachelbeere (botanisch: Ribes uva-crispa ssp. grossularia (L.) RCHB. = Drüsenborstige Stachelbeere), mit der das Mineral aufgrund seiner (u.a.) grünlichen Farbe verglichen wird. Grossular findet sich in Marmoren, die am Kontakt mit aufsteigendem Magma durch Umkristallisation entstanden sind.
Ein Kuriosum unter den Granaten ist der Uwarowit . Durch seinen hohen Chrom-Gehalt hat er eine tiefgrüne Smaragdfarbe. Benannt ist er nach S. S. Uwarow, dem ehemaligen Präsidenten der Leningrader Akademie der Wissenschaften
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