inatura Dornbirn

Massenauftreten des Asiatischen Marienkäfers

Asiatischer Marienkäfer - Bildautor: Klaus Zimmermann

 
Zu den Merkblättern (PDF-Dateien)

Tausende Tiere auf der Suche nach einem Winterquartier

Marienkäfer in grossen Schwärmen an den Hauswänden – mehrmals täglich wird der inatura derzeit dieses Phänomen berichtet: Der Asiatische Marienkäfer Harmonia axyridis hat sich nun auch in Vorarlberg etabliert. Im Oktober und November nutzen die Tiere warme Tage, um sich ein Winterquartier zu suchen. Sie verbringen die kalte Jahreszeit in Ritzen und Lücken, und Gebäude sind für sie eine willkommene Alternative zu natürlichen Verstecken. So wird der sympathische Marienkäfer für manche Hausbesitzer zur Plage.

Begonnen hat die Ausbreitung des ursprünglich in Japan und China beheimateten Käfers im Jahr 1982, als die gefrässige und leicht zu züchtende Art erstmals in mehreren europäischen Ländern zur biologischen Schädlingsbekämpfung in Gewächshäusern eingesetzt wurde. Von dort schaffte sie den Sprung in die freie Natur. In den Jahren 1999 und 2000 wurden erste freilebende Tiere in Deutschland und Belgien entdeckt. Seither breitet sich der Asiatische Marienkäfer stetig aus: 2004 war er weniger als hundert Kilometer von der Schweizer Grenze entfernt, und zwei Jahre später konnte die Art in bereits in 10 Kantonen der Nordschweiz nachgewiesen werden. In manchen Gebieten ist der Einwanderer sogar häufiger als die einheimischen Marienkäfer-Arten.

Seinem vielfältigen Aussehen verdankt er seinen zweiten Namen: Harlekin-Marienkäfer. Meist zeigt er auf der orange bis dunkelroten Flügeldecke bis zu 19 schwarze Punkte. Nicht selten sind die Punkte verblasst oder fehlen sogar ganz. Umgekehrt können die Punkte auch so groß werden, dass sie miteinander verschmelzen. Aber auch schwarze Flügeldecken mit zwei oder vier recht grossen, orange oder roten Punkten sind möglich (melanistische Form). Typisch ist auch die schwarze, W-förmige Zeichnung auf dem Halsschild.

Durch die Anzahl der Punkte ist der Harlekin-Marienkäfer leicht vom etwa gleich grossen, einheimischen Siebenpunkt-Marienkäfer zu unterscheiden. Der Zweipunkt-Marienkäfer ist ebenfalls sehr variabel, ist aber kleiner und hat eine andere Halsschildzeichnung sowie schwarze Beine.

Sobald im Frühjahr die Sonne wieder etwas Kraft entwickelt, kommen die Käfer aus ihren Winterquartieren. Nach der Paarung heftet das Weibchen jeweils 20 bis 30 Eier in der Nähe von Nahrungsquellen (Blattläuse u.a.) an Blätter. Vom Ei bis zum fertigen Käfer dauert es unter guten Bedingungen rund drei Wochen. Drei mal häuten sich die Larven und verwandeln sich bei der vierten Häutung in eine Puppe. Diese ruht meist offen auf der Oberseite von Blättern. Nach vier bis fünf Tagen schlüpft aus ihr der fertige Käfer. Seine normale Lebensspanne beträgt einen bis drei Monate. Im Extremfall können die Käfer bis zu drei Jahre alt werden. Vor Fressfeinden schützen sie sich, indem sie eine bittere und übelriechende Flüssigkeit ausscheiden.

Der Asiatische Marienkäfer ist in Europa zu einem dauerhaften Bestandteil der Insektenwelt geworden. Ob dies Folgen für die einheimische Fauna hat, ist noch nicht absehbar. Jedenfalls machen ihn sein Appetit (er verzehrt rund 250 Blattläuse pro Tag!) und seine Vermehrungsrate besonders konkurrenzfähig. Tatsache ist weiters, dass er auch Schmetterlingseier und andere Insekten nicht verschmäht. In den USA hat sich gezeigt, dass der Asiatische Marienkäfer einheimische Marienkäferarten durchaus verdrängen kann.

Merkblätter

 

Mail an Redaktion

News

28.07.10

inatura - Pilzexkursionen

Pilze: Naturschönheiten – Speisen - Gifte Das Sammeln von Speisepilzen begeistert immer mehr Naturfreunde. Damit dieses Vergnügen ungetrübt bleibt, sind einige wichtige Punkte zu beachten.
26.07.10

Neue Ausstellung – tierleben - in der inatura

Die seit Oktober 2008 in der inatura eingerichtete Projektstelle für die Mensch-Tier-Beziehung, „tierleben“, zeigt ab 23.7.2010 eine Ausstellung im Lebensraum „Stadt“ der inatura.
12.07.10

inatura – Exkursionsprogramm 2010

Dalaas - Schmiedtobel Sonntag 18. Juli Treffpunkt: 10:00 Uhr, Bahnhof Dalaas
12.07.10

Doppelmayr - Sommerforschungstage 2010

Neben den Doppelmayr-Forschungsworkshops, die von Schulklassen während des Jahres gebucht werden können, finden heuer im Sommer auch wieder die bereits traditionellen Doppelmayr-Sommerforschungstage für Kinder im Alter von 7 bis 11 Jahren statt.
02.07.10

„Reiseziel Museum“ –Eine spannende Reise für die ganze Familie

Termine: 04. Juli 2010 01. August 2010 05. September 2010, jeweils von 10:00 bis 17:00   Auch dieses Jahr öffnen Vorarlberger Museen jeweils am ersten Sonntag im Juli, August und September ihre Türen für Groß und Klein. Die Familien erwartet eine spannende Entdeckungsreise durch die...