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Achat, Asbest, Luchsstein
Achat
Gebänderter Achat wird traditionell mit dem Planeten Merkur assoziiert. Er macht den Mann für die Frau begehrenswert und schützt vor dämonischen Einflüssen. Darüberhinaus stärkt er die eigenen magischen Talente und erhöht die Redegewandtheit sowie die Intelligenz. Zu lebhaften Träumen wird angeregt, wer einen Achat in der Nähe des Kopfes ins Bett legt. Auch hilft dieser Stein bei Fall- und Mondsucht. Mit augenähnlicher Musterung schützt er, als Amulett getragen, gegen den Bösen Blick und stärkt die Augen. Achat macht den Biss von Skorpionen, Spinnen und Schlangen unschädlich und schützt vor Gefangenschaft.
Jede Nacht, bevor sich der Mensch ins Bett legt, trage er den Achat offen durch sein Haus, und zwar in Kreuzesform, einmal das Haus der Länge nach und dann der Breite nach abgehend. Dann werden dort die Diebe ihre Absichten nicht durchführen können und keinen Erfolg haben und beim Stehlen den kürzeren ziehen.
(HILDEGARD VON BINGEN, zw. 1150 u. 1158)
Blaue, aber auch grüne, gelbbraune und rosa bis violette Achate, wie sie heute oft verkauft werden, sind künstlich gefärbt. Ausgangsbasis ist qualitativ minderwertiges Material, dem mit Hilfe chemischer Mittel eine intensive Färbung verliehen wird.
Mit dem Gott Merkur aber verband der Römer [...] die Begriffe von schneller Erfindungskraft, List und Gewandtheit, die sich sowohl in der täuschenden Überredung, als in dem leicht vollführten scherzenden Diebstahl zeigte, worüber selbst der Beraubte, wenn er die kühne Schalkheit wahrnahm, lächeln musste.
(MORITZ, 1791)
Asbest
Dieser hitzebeständige Stein, auch "Amiantos" genannt, widersetzt sich allen Giftmischereien, besonders denen der Magier.
(C. PLINIUS SECUNDUS d. Ä., Buch XXXVI, § 139)
Er wurde auch gegen Wechselfieber verwendet. Noch im 18. Jahrhundert findet sich in einer Enzyclopädie die Empfehlung, pulverisierten Asbest vermischt mit Wasser oder Milch als Heilmittel zu trinken. Prost und Gesundheit !
Er vertreibe und heile äußerlich die Krätze und Raute; er reiniget auch sonsten, und dienet inerlich wider den Weissen Fluß, in Wein oder Brandewein genommen: in den Apotheken, ist das Unguentum oder Ligamentum de Amianto wider den bösen Grind, es ist auch eine Salbe davon, womit man die Hand salben, und nachmals das Feuer ohne Schaden angreiffen soll.
(ZEDLER 1732: Universal Lexicon, Bd. 1)
Auch kulturhistorisch ist der Asbest interessant:
Dieses ist dan derjenige Stein, woraus die alten Römer und einige orientalische Völcker ihre unverbrennlich Leinwand gemacht haben, worinnen der Könige und anderer Grossen Leiber verbrannt wurden, damit die Asche darinnen, unvermischet mit der Asche des Holtz=Hauffens, möchte beybehalten werden.
(ZEDLER 1732)

Luchssteine, Lyncurien
Manche Belemniten, Teil des Innenskelettes fossiler Verwandter der Tintenfische, besitzen eine gelbbraune Farbe und riechen beim Zerbrechen oder Reiben nach Bitumen und Ammoniak. Ihre Gestalt ähnelt Fingern oder Armbrustbolzen. Ebenso wurde Bernstein als Luchsstein bezeichnet. Auf letzteren bezieht sich die Angabe, daß der Stein Strohhalme anziehe. Luchssteine wurden als der versteinerte Urin eines Luchses angesehen.
der luhsstain tropfet von des luhss wammen, sam Plinius spricht, und die Tropfen werdent so hert, daz ain stain dar auz wirt. und daz waiz daz tier wol von natur und hazzent menschleichen nutz, dar umb verscherret ez seine harm mit sant.
(Konrad von MEGENBERG, 1350; zitiert nach MÜLLER, 1984)
Lyncurien waren ein begehrtes Heilmittel bei allen Arten von Nieren- und Blasenleiden. Da der im Harn enthaltene Ammoniak die Augen reizt, andererseits aber Tränen bei manchen Augenkrankheiten heilfördernd sind, wurde der Luchsstein auch in der Augenheilkunde bei Mensch und Tier verwendet. Als "Rappenkegel" wurden sie pulverisiert und Pferden in die erkrankten Augen gestreut.
wenn man den stain in wazzer wescht, so hilft er den, die niht zuo stuol mügent gen, und entsleuzt den leip und widerpringt die verlorn varb an dem antlütz, wan er ist den gelsühtigen guot und zeucht diu hälmel an sich, sam der aitstain [Bernstein] tout.
(Konrad von MEGENBERG, 1350; zitiert nach MÜLLER, 1984)
Nach Hildegard von Bingen jedoch soll Bier oder Wein, in dem der Stein eine kurze Stunde gelegen hat, ausschließlich bei Magenschmerzen getrunken werden. In allen anderen Krankheitsfällen wirkt dieses Mittel tödlich.
Auf die phallische Gestalt und die damit verbundene aphrodisierende und potenzfördernde Wirkung der Lyncurien muss wohl nicht näher hingewiesen werden!
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